Sonderformen

Farne, Schachtelhalme, Bärlappe, Moose und co.


Adlerfarn (Pteridium aquilinum)

Schnalswaal bei Kastellbell-Tschars, Südtirol, Italien, 10.06.2024
Hallgarter Zange, Rheingau, 12.06.2025


Der Adlerfarn ist bei mir zu Hause eher selten – im Vinschgau wächst er mir bis fast zum Hals und ich stehe mitten in einem grünen Farnwald.
Ebenso am Hang von Hallgarten zur Hallgarter Zange ist er reichlich vorhanden.

Der Unterschied zum Wurmfarn, der häufiger vorkommt, ist, dass die Wedel des Wurmfarns vom Boden aus einer Rosette herauswachsen. Beim Adlerfarn gibt es einen Wedelstiel, von dem die einzelnen Fieder abgehen (das sieht dann aus, als ob ein Adler seine Flügel ausbreitet, also zumindest ein bisschen ☺).
Der Adlerfarn ist „eigentlich“ giftig (Blausäureglycoside und im Laufe seines Lebens reichern sich noch weitere Gifte in ihm an).

Der Adlerfarn besitzt ein im Boden kriechendes, verzweigtes Rhizom, das sehr ausgedehnt und alt werden kann.  Es wurden in Finnland Rhizome bis zu 60 m Länge gefunden, entsprechend einem angenommenen Alter von 1.500 Jahren. 

Er wurde zwar auch als Heilpflanze benutzt und wird sogar als Gemüse verwendet. Doch dort, wo er auch heute noch gegessen wird – und zwar die jungen eingerollten Triebe – hat man bei den Menschen verstärkt Magenkrebs beobachtet und vermutet da den Adlerfarn als Mitauslöser (so in einigen Gebieten von Japan, Neuseeland und den USA).

Naja, ehrlich gesagt – es gibt so viel leckeres grünes Gemüse … ob es da unbedingt der Farn sein muss? Nein für mich nicht.

Dem Adlerfarn können Schädlinge oder Krankheiten so gut wie nichts anhaben. Für die Forstwirtschaft werden diese Bestände schnell problematisch, da sie so gut wie jede Naturverjüngung der Bäume unmöglich machen und auf Forstkulturflächen gepflanzte Bäume rasch verdunkeln können. Bei nicht genutzten landwirtschaftlichen Flächen kann sich Adlerfarn ebenfalls stark ausbreiten und eine erneute Nutzung verhindern. Da mechanische oder biologische Bekämpfungen kaum Erfolge zeigen, wird zur Bekämpfung Glyphosat eingesetzt.

Der Wikipedia-Artikel ist sehr umfangreich. Wer sich für diesen wunderschönen Farn interessiert, wird hier gut fündig:

https://de.wikipedia.org/wiki/Adlerfarn

oder hier auch:
https://naturschutz.ruhr/der-adlerfarn