(GERANIACEAE)
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Ruprechtskraut (Geranium robertianum) oder (Stinkender) Storchschnabel
Hofheim-Lorsbach, Kirchstraße, Deutschland, 25.06.2024
Der Stinkende Storchschnabel ist ein Kraut, das man quasi überall findet – denn er kommt mit Schatten und Sonne gut klar. Im Schatten setzt er seine Blattgelenke ein, um an anderen Pflanzen hochzuranken und seine Blüten nach der Sonne zu richten (Photonastie). In der prallen Sonne bildet er reichlich Carotinoide und Anthocyane (Lichtschutzpigmente), die für die rote Farbe der Pflanze verantwortlich sind. Sie wächst stark verzweigt.
Aufgrund ätherischer Öle strömt sie einen starken – für manche Menschen – unangenehmen Duft aus. Aufgrund dieses „eigenartigen“ Geruchs werden die zerriebenen Blätter auch als mückenabwehrend angesehen – einfach mal ausprobieren.
Der Storchschnabel wird traditionell zur Fruchtbarkeitsförderung für Mann und Frau eingesetzt. Wissenschaftlich sticht zwar kein Wirkstoff hervor, eine Zellstudie deutet aber darauf hin, dass Extrakte des Storchschnabels entgiftend wirken könnten, da sie Schwermetalle binden.
Darüber hinaus soll er bei Durchfall helfen, was aufgrund der Gerbstoffe wahrscheinlich ist sowie bei Nierenentzündungen und Prellungen.
Ich nenne das Kraut meist Stinkender Storchschnabel, aber auch Ruprechtskraut ist geläufig. Der Name soll auf den heiligen Ruprecht hinweisen, den Landesheiligen von Salzburg, der die Pflanze als Heilmittel empfahl. Ebenfalls möglich ist jedoch auch ein Zusammenhang mit dem althochdeutschen “ rōtpreht für rötlich, der auf die Färbung der Pflanzenteile Bezug nimmt. Oder aber wurde bei Tabernaemontanus (1664) diese Art als Rotlaufkraut bezeichnet, nach der sogenannten Rotlaufkrankheit, für die sie ebenfalls als Heilmittel galt.
Wie auch immer – im Grunde genommen kennt inzwischen jeder diese Pflanze, da sie häufig auch an Straßenrändern vorkommt.
https://www.naturadb.de/pflanzen/geranium-robertianum/
Heilwirkung der Storchschnäbel:

Wiesen-Storchschnabel (Geranium pratense)
St. Martin, Südtirol, Vinschgau, Italien
Der Wiesen-Storchschnabel ist eine wunderschöne einheimische Pflanze, die bei Wild- und Honigbienen und Schwebfliegen beliebt ist und vielen Schmetterlingen Nahrung bietet. Aufgrund von Blattgelenken können sich die Pflanzen auf anderen größeren Arten als Spreizklimmer abstützen und ihre Blüten zum größten Lichteinfall hin bewegen (Photonastie). Leider blühen die einzelnen Blüten nur ca. 2 Tage. Insgesamt blüht die Pflanze jedoch von Juni bis August.


