Raublattgewächse

(Boraginaceae)

Kletten-Igelsame (Lappula squarrosa), auch
Gewöhnlicher Igelsame oder Stechender Igelsame
Kastelbell-Tschars, Broateben über Kakteenweg, Italien, 13.06.2024

Entdeckt habe ich nur einen Busch unter Broateben. Kaum ist er mir mit seinen winzigen blauen Blütchen aufgefallen. Er pflanzt sich durch Klettfrüchte fort (lat. lappa = Klette). Im deutschsprachigen Raum ist die Pflanze nur in Österreich und der Schweiz heimisch, kommt selten auch in Deutschland vor. In Deutschland und Österreich als gefährdet eingestuft und teilweise bereits ausgestorben.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kletten-Igelsame


Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare)
Kastellbell-Tschars, Schnalser Waalweg, Italien, 13.06.2024
Weilbach, Naturschutzgebiet Kiesgrube, 18.09.2024

🚫Früher setzte man den Natternkopf (wegen seines Aussehens wie ein Schlangenkopf) gegen Schlangenbisse ein. Heutzutage verwendet man die Pflanze wegen der geringen Toxizität für die Leber nur noch äußerlich. Der Natternkopf enthält giftige Alkaloide. Besonders zu nennen ist der Consolidingehalt, der als leberschädigend und krebserregend gilt. Die Giftigkeit für Tiere ist nochmal höher ist als beim Menschen!

Der Gewöhnliche Natternkopf ist eine sehr gute Bienenweide. In der Imkerei ist er eine geschätzte Nebentracht. ABER laut des Bundesinstitus für Risikobewertung enthält der Honig Phyrrolizidinalkaloide (leberschädigend und krebserzeugend) die von den Bienen über den Pollen des Natternkopfs in den Honig gelangen. Daher wird Imkern empfohlen, die Belastung des Honigs durch die Mischung mit geringer belasteten Honigen zu senken.

https://de.wikipedia.org/wiki/Gew%C3%B6hnlicher_Natternkopf


Prächtiger Natternkopf (Echium nervosum)
Madeira, Porto Moniz, Portugal, 04.04.2025

Der Prächtige Natternkopf ist in Madeira endemisch, das heißt er kommt nur hier vor und das meist an der Küste bis etwa 300 Meter Höhe. Nicht zu verwechseln mit dem Madeira Natternkopf (Echium candicans), der auch „Stolz von Madeira“ genannt wird. Er ähnelt zwar dem Prächtigen Natternkopf, wächst aber in Höhen von 800 bis 1200 Metern. Ob die Arten näher verwandt sind (auch mit anderen kanarischen Arten) ist bis heute nicht eindeutig zu sagen, zumindest widersprechen sich hierzu die Aussagen (siehe aber Text unten aus Wikipedia)

28 Arten der Natternköpfe sind nur auf den Kanaren heimisch und viele davon sogar nur auf jeweils einer der Inseln. Gemeinsam ist ihnen, dass es Pionierpflanzen sind sie oft oft auf steinigen, trockenen Flächen gedeihen.

Die Entwicklung der Natternköpfe auf den makaronesischen Inseln setzte vermutlich kurz nach der Entstehung der Inseln ein, im Fall von Fuerteventura und Lanzarote also etwa vor 19 Millionen Jahren. Die Entwicklung der 25 endemischen Arten der Gattung Echium erfolgte … aus einer einzigen, aus der Mittelmeerregion stammenden Ursprungsart, die Echium decaisnei auf Gran Canaria (Anmerkung: siehe unten!) ähnlich gewesen sein dürfte. Im Unterschied zu den kurzlebigen Echium-Arten im Mittelmeerraum entwickelten sie sich wegen des ausgeglichenen Klimas auf den makaronesischen Inseln zu mehrjährigen verholzenden Büschen.

(Quelle: Wikipedia)


Decaisnes Natternkopf (Echium decaisnei Webb)
Im Land: Tajinaste blanco oder eher ungebräuchlich „Weißer Natternkopf“
Lanzarote, Jameos del Agua, Spanien, 06.04.2025
Gran Canaria, Maspalomas und Landesinnere, Spanien, 30.04.2025

Dieser Natternkopf ist eine kanarische Endemie, die auf Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura (hier meist als ssp. purpuriense) vorkommt. Das Besondere an ihm ist wie beim Prächtigen Natternkopf wieder die Wuchsform als kleiner, verholzender Strauch. Er kann bis zu 2,50 Meter hoch werden und sich weit verzweigen. Interessanterweise hat sie ihre nächsten Verwandten auf den Kapverdischen Inseln als Echium hypertropicum“.

Die Bienen lieben diesen Natternkopf, sodass der Strauch bei den Imkern beliebt ist.

Ich kann es nachvollziehen – er ist über und über mit Blüten besetzt, die schon von Weitem leuchten.

Tipp:

Es gibt im Norden und Nordwesten von Gran Canaria auch die leider gefährdete blaue (teils fuchsiafarbene) Tenteniguada tajinaste (Tajinaste azur), die man auf einem Weg wundervoll anschauen kann. Hier die Beschreibung: https://localguidegrancanaria.com/de/ruta-tajinaste-azul/