(Asteraceae)
Gänsedisteln (Sonchus)
El-Hierro-Gänsedistel (Sonchus hierrensis)
Kanaren-Gänsedistel (Sonchus canariensis)
Stängellose Gänsedistel (Sonchus acaulis)
Gran Canaria, La Palma, Spanien, April 2025
Gänsedisteln sind weit verbreitet. Sie sind in Eurasien und im tropischen Afrika heimisch, allerdings weltweit unter gemäßigtem Klima zu finden. Hier möchte ich einige Exemplare der Kanaren vorstellen. Besonders auf den Kanarischen Inseln, aber auch auf Madeira gibt es nämlich viele endemische Sonchus-Arten, die meist sogar Sträucher sind. Viele kommen nur auf einzelnen Inseln vor – es gibt über 30 Arten auf den Kanaren, von denen ich nur drei oben erwähnt habe.
Zur 100 %-Bestimmung müsste man die Pflanzen näher „untersuchen“, allerdings sind sie wirklich sehenswert, und kommst du einmal hier auf die Inseln, dann wirst du sie auf jeden Fall entdecken.
Nachzulesen hier: https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%A4nsedisteln
Spannend sind auch neuste Untersuchungen nach dem Vulkanausbruch 2021 auf La Palma zur Verholzung von Pflanzen, die auf dem Festland nur Kraut sind.
Hier findest du Ausschnitte aus folgendem Text (komplett nachlesen ist spannend)
https://www.uni-bayreuth.de/pressemitteilung/Vulkanismus-ozeanische-Inseln
„Gehölzpflanzen sind auf ozeanischen Inseln ungewöhnlich häufig anzutreffen. Wissenschaftler*innen der Universität Bayreuth haben jetzt … eine neue Erklärung dieses Phänomens entdeckt: Mit der Verholzung von Biomasse haben sich viele auf ozeanischen Inseln heimische Pflanzenarten vor den Folgen häufiger Vulkanausbrüche geschützt, bei denen weite Gebiete mit großen Aschemengen bedeckt werden. Verholzende Pflanzen können auch bei Ascheschichten von bis zu einem halben Meter überleben.
Viele der insularen, stark verholzten Arten gehören zu Familien und Gattungen, die auf dem Festland durch krautige Pflanzenarten vertreten sind.
…
Im April 2022, vier Monate nach dem Ende der Vulkanausbrüche , untersuchte er mit einem Bayreuther Forschungsteam die Vegetation auf La Palma. Fast die gesamte Inselfläche war von einer Schicht pyroklastischer Asche bedeckt, die aus dem Krater herausgeschleudert worden war. Insgesamt wurden mehr als 20 Millionen Kubikmeter Asche auf der Insel abgelagert. Im Umfeld der Krater war die Ascheschicht großflächig mehr als 20 Zentimeter hoch, in unmittelbarer Nähe mehr als zwei Meter. Überraschenderweise hatten die meisten Gehölzpflanzen dieses Ereignis überlebt. Selbst in Regionen, wo sich eine zwischen zehn Zentimetern und einem halben Meter hohe Ascheschicht abgelagert hatte, standen sie nach wenigen Wochen bereits in voller Blüte. Dagegen blieben zahlreiche Kräuter und Gräser unter der Asche verschüttet.
Fast alle Gehölzpflanzen, die sich nach dem Vulkanausbruch in der Asche behaupten konnten, sind endemische Pflanzen: Sie wachsen nur auf La Palma. Die Befunde bilden zusammengenommen ein Beispiel für biologische Selektion: Verholzung erweist sich als eine Eigenschaft, die das Überleben und die Fortentwicklung auf ozeanischen Inseln sichert.
Sonchus hierrensis, eine endemische Pflanzenart auf La Palma aus der Gattung der Gänsedisteln, hat trotz dicker Ascheschicht überlebt. Die nächsten Verwandten auf dem Kontinent sind nur krautig. „
Zu den verholzenden Arten zählen auf den Kanaren und den Kapverden übrigens auch die Natternkopf-Arten, die hier Sträucher bilden, während sie bei uns nur krautige Pflanzen sind (siehe bei „Raublattgewächse“).









Gewöhnlicher Beifuß (Artemisia vulgaris)
Eppstein, 25.07.2024
Beifuß ist ein wichtiges Heilkraut und darf auch in keinem Kräuterbuschen fehlen. Er gehört zu den sogenannten „Frauenkräutern“. Er wurde nach der Schutzgöttin der Gebärenden, Frauen und Kinder – Artemis – benannt wurde.
Der enthaltene Wirkstoff Artemisinin schützt nachweislich vor Malaria (insbesondere Einjähriger Beifuß, der derzeit besonders erforscht wird) und tötet Krebszellen ab.
Obwohl der Beifuß phytotherapeutisch eingesetzt wird und als eine alte Heilpflanze gilt, ist die Wirksamkeit von Beifußzubereitungen (noch) nicht wissenschaftlich belegt. Viel eher sogar muss man Vorsicht bei der innerlichen Einnahme von Beifuß walten lassen. Beifuß enthält den giftigen Wirkstoffe Thujon (ein starkes Nervengift) , sodass längere Anwendungen oder hohe Dosen bedenklich sein können. Es wird empfohlen, nicht mehr als eine Tasse Beifußtee pro Tag zu trinken und die Anwendung auf eine Woche zu begrenzen. Schwangere, Stillende sowie Menschen mit Leber- und Nierenerkrankungen sollten den Konsum von Beifuß vermeiden, da Thujon die Entgiftungsorgane zusätzlich belasten kann. (Siehe auch Thujon in Wermut).
Als Gewürz wird er in vielen Küchen zur besseren Verdauung verwendet, und in der TCM wird er getrocknet und erhitzt für die Wärmetherapie eingesetzt (Moxatherapie).
Bereits ein Zweig Beifuß im Hosenbund getragen entkrampft, wärmt und entspannt das Becken (fördert den Eisprung und damit die Empfängnis „Nestkraut“).




Gewöhnlicher Löwenzahn (Taraxacum sect. Taraxacum)
Garten Lorsbach, Sommer 2024
Die ganze Pflanze ist essbar. Er hilft dem Körper bei der Ausleitung während
Entgiftungen und Veränderungsprozessen und schützt unsere Leber.
Als Nahrungsmittel bringt er unseren Stoffwechsel in Schwung, ist harntreibend, appetitanregend und volksmedizinisch entzündungshemmend. Denn „taraxis“ leitet sich von dem griechischen Wort für „Entzündung“ ab.
https://de.wikipedia.org/wiki/Gew%C3%B6hnlicher_L%C3%B6wenzahn