(Apiaceae)
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Wilde Möhre (Daucus carota subsp. carota)
> Lorsbach, Am Turm am Limes, 24.07.2024
Die Wilde Möhre ist ein schlaues Kerlchen . . .
Im leuchtend-weißen Blütenkranz, kaum von uns Menschen beachtet, sitzt eine sterile violett-schwarze „Mohrenblüte“ („Möhrchen“). Sie bildet eine Kontrastfärbung zu den weißen zwittrigen Blüten ringsum und soll potenziellen Bestäubern signalisieren: „Hallo, da sitzt ja jemand – bestimmt gibt es einen köstlichen Gaumenschmaus – nix wie hin …“. Das ist wie bei uns Menschen, die gerne mal nachschauen, wo schon andere sind – man könnte ja etwas verpassen. Und so lockt die Wilde Möhre ihre Bestäuber an.
Sehr clever ![]()
Die Wilde Möhre wird volksmedizinisch förderlich für die Blut-und Zahnbildung, sowie für die natürliche Widerstandskraft gegen Krankheiten beschrieben. Den Samen der Wilden Möhre werden harntreibende Kräfte und Abhilfe bei Blähungen sowie empfängnisverhütende Wirkungen zugeschrieben, die wissenschaftlich nicht bestätigt sind.






Zahnstocher-Knorpelmöhre (Ammi visnaga), auch
Zahnstocherammei oder Bischofskraut
> Marburg, Alter Botanischer Garten, 27.08.2024
Von weitem natürlich leicht mit unserer Wilden Möhre verwechselbar. Bei näherem Hinkommen dann nicht mehr ganz so. Da fehlt zum Beispiel die markante Mohrenblüte der Wilden Möhre.
Interessant auch, dass sich bei der Zahnstocher-Knorpelmöhre die nestartig zusammengezogene Fruchtdolde bei Feuchtigkeit wieder ausbreitet und bei Trockenheit sich wieder schließt. Bei der Wilden Möhre ist das genau umgekehrt.
Und warum nun „Zahnstocher“? Die getrocknete Fruchtdolde wird in den orientalischen Ländern, wo die Pflanze herkommt, zur Herstellung von Zahnstochern verwendet. Außerdem lassen sich mit dem Zerkauen der Früchte Ablagerungen an den Zähnen beseitigen.
Traditionell allerdings auch als Heilkraut verwendet.
Ursprünglich im Mittelmeerraum und Nordafrika ansässig. Diese hier wächst sehr ausladend im Alten Botanischen Garten in Marburg.




